Begriffe verständlich erklärt

Die Zettelkasten-Methode, ohne Umwege über Fachliteratur

Der Name klingt nach Aktenschrank und Karteikästen. Gemeint ist eine einfache Idee: kleine, in sich geschlossene Notizen, die durch Verknüpfungen statt durch Ordnerstrukturen miteinander verbunden werden. Diese Seite erklärt die wichtigsten Begriffe, die im Kurs verwendet werden, kurz und ohne Umschweife.

Erklärung der Zettelkasten-Methode anhand von Karteikarten auf einem Whiteboard

Woher der Ansatz stammt

Die Grundidee geht auf eine Arbeitsweise zurück, die der Soziologe Niklas Luhmann über Jahrzehnte für seine eigene Forschung nutzte: ein Kasten mit nummerierten Karteikarten, auf denen jeweils ein einzelner Gedanke stand, verbunden durch handschriftliche Verweise zu anderen Karten.

Für diesen Kurs ist die historische Herkunft eine Randnotiz, keine Voraussetzung. Wichtig ist das Prinzip dahinter: kleine Einheiten, die für sich stehen können, und Verbindungen, die aus vielen einzelnen Notizen ein zusammenhängendes Wissensnetz machen.

Die wichtigsten Begriffe

Kurz erklärt, ohne Umweg über Fachaufsätze

Atomare Notiz

Eine Notiz, die genau einen Gedanken enthält. Nicht drei Themen in einem Dokument, sondern ein Gedanke, der für sich verständlich ist.

Fleeting Note

Eine schnelle, flüchtige Notiz, die in dem Moment entsteht, in dem eine Idee auftaucht. Sie wird später verarbeitet, nicht sofort perfektioniert.

Literaturnotiz

Eine Notiz zu einer Quelle, etwa einem Buch oder Artikel, die die zentralen Aussagen in eigenen Worten zusammenfasst.

Permanente Notiz

Eine ausgearbeitete Notiz, losgelöst von der ursprünglichen Quelle, formuliert so, dass sie auch in einem ganz anderen Zusammenhang verständlich bleibt.

Backlink

Ein Verweis, der anzeigt, welche anderen Notizen auf eine bestimmte Notiz verlinken. So entsteht Sichtbarkeit für Zusammenhänge, die man selbst nicht mehr erinnert.

Map of Content

Eine Übersichtsnotiz, die mehrere verwandte Notizen zu einem Thema bündelt, ohne sie in einen starren Ordner zu zwingen.

Zweites Gehirn

Ein Sammelbegriff für ein persönliches System, das Informationen so speichert und verknüpft, dass man sich nicht mehr alles selbst merken muss.

Wiedervorlage

Ein wiederkehrender, kurzer Termin, an dem ältere Notizen erneut angeschaut, ergänzt oder mit neuen Gedanken verknüpft werden.

Ein Gedanke, Schritt für Schritt

Der Lebenszyklus einer einzelnen Notiz

Ein Artikel über Entscheidungsfindung wird gelesen. Ein Satz bleibt hängen. Zuerst wird daraus eine kurze, flüchtige Notiz, direkt beim Lesen. Am Ende der Woche wird diese Notiz in eigenen Worten neu formuliert und mit zwei bestehenden Notizen zum Thema Priorisierung verknüpft.

Ein halbes Jahr später, bei einer ganz anderen Fragestellung, taucht diese Notiz über einen Backlink wieder auf. Nicht weil sie gesucht wurde, sondern weil sie an der richtigen Stelle verknüpft war. Genau dieses Wiederauftauchen ist das eigentliche Ziel der Methode, nicht das Sammeln an sich.

Nahaufnahme eines digitalen Wissensnetzwerks mit verknüpften Notizknoten

Möchten Sie sehen, wie das im Kurs vermittelt wird?

Im vierwöchigen Kurs wird jeder dieser Begriffe direkt an eigenen Beispielen geübt, nicht nur erklärt.

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